Baumfällen – Wenn’s passiert ist

Immer wieder kommt es vor, dass Bäume illegal gefällt oder sonst wie „beseitigt“ werden. Dabei sollte nicht unterschätzt werden, welche (finanziellen) Gefahren damit einhergehen.

Das illegale Baumfällen stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Erlangt die zuständige Behörde Kenntnis, leitet sie ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, an dessen Ende ein Bußgeld in Höhe von bis zu 100.000,-€ stehen kann (ohne Gewähr: Bußgeldkatalog 2017). Die genaue Höhe ergibt sich aus dem jeweiligen Landesnaturschutzgesetz. Adressat des Bußgeldbescheids ist in der Regel derjenige, der „die Säge angesetzt“ hat.

Darüber hinaus sehen die Baumschutzsatzungen vor, dass der Verursacher zur Folgenbeseitigung verpflichtet werden kann. Folgenbeseitigung ist ein anderes Wort für Wiedergutmachung. Sie kann tatsächlich, durch Ersatzpflanzungen, oder finanziell, durch Zahlung eines Ausgleichsbetrags, eingefordert werden. Wer illegal fällt, läuft somit Gefahr doppelt zu zahlen oder – für manche „noch schlimmer“ – dazu verpflichtet zu werden, an der selben Stelle, wo er zuvor den Baum illegal gefällt hat, einen neuen Baum pflanzen zu müssen; ein klassischer Fall von: „Rücke vor auf Los!“

Aber auch eine legale Baumfällung bleibt nicht folgenlos. Denn es handelt sich hierbei um einen Eingriff in Natur und Landschaft (vgl. § 14 BNatSchG). Solche Eingriffe sind gleichartig auszugleichen, gleichwertig zu ersetzen oder finanziell zu kompensieren (§ 15 BNatSchG). Das bedeutet, für einen Baum ist ein oder sind mehrere Ersatzbäume zu pflanzen oder eine finanzielle Kompensation zu leisten. Entsprechende Regelungen enthalten zumeist auch die gemeindlichen Baumschutzsatzungen. Dabei räume diese der zuständigen aber Behörde regelmäßig einen gewissen Ermessensspielraum ein. D.h. die Behörde kann einzelfallbezogen entscheiden, ob der Ausgleich tatsächlich oder in Geld zu erfolgen hat.

Dieser „Rattenschwanz“ an tatsächlichen und finanziellen Verpflichtungen sollte stets im Hinterkopf behalten werden. Zwar mag es nach Ansicht einiger „günstiger“ erscheinen, einen Baum illegal zu fällen und darauf zu vertrauen, nicht erwischt zu werden. Nach meiner Erfahrung lässt sich aber in der Regel auch auf legalem Weg eine zufriedenstellende und dabei vergleichsweise kostengünstige Lösung erreichen.

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